Staatsehrenpreisträger Kategorie 1: bis 5 ha Weingut Stefan Molitor

Junge Tradition

In der traditionsreichen Rheingauer Weinbauzunft ist das Weingut von Stefan Molitor beinahe noch ein Startup. Und das, obwohl die Weinbautradition seit vier Generationen in den Molitorschen Genen verankert ist. Mit einem Weinberg fing der gelernte Maschinenschlosser 1981 an. Jahrelang führte er sein kleines gepflegtes Hofgut im Nebenerwerb, bevor er den Weinbau 2008 zum Hauptberuf machte. Inzwischen stehen gute 1,5 Hektar im Ertrag, beinahe komplett in den feinsten Lagen der Güteklasse Erstes Gewächs, bestockt mit 75 Prozent Riesling, 20 Prozent Spätburgunder und 5 Prozent Grauburgunder.

Dass Molitor Wert legt auf Bodenständigkeit, natürliche Lebensmittel und eine gesunde Lebensweise, sieht man an den glücklichen Hühnern und zahmen Krähen im Garten und den tausendundeinen Verrichtungen, die er von Hand ausübt. Dazu zählen die Laubarbeit und die Bodenbearbeitung, die ihm durch die gewollt engen Stockabstände einiges abverlangen. Im Keller des kleinen Weinguts ist für glänzende Riesentanks kein Platz, weshalb die Weine nach der schonenden Behandlung im Moststadium in Ruhe in kleinen Gebinden zur Reife gelangen können.

Wie gut Molitor das gelingt, zeigt die Weinliste. Sie überzeugt mit frischen, fruchtigen, trockenen und halbtrockenen Rieslingweinen QbA. und als Kabinett ausgebaut, auch gehaltvolle Spätlesen und Erstes Gewächs finden sich darin. Den Blauen Spätburgunder baut er im Barriquefass aus. Der diesjährige Staatsehrenpreis ist insgesamt der vierte für das Weingut Stefan Molitor. Die Jury bewertet seine Erzeugnisse mit 10 Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille.

 

Nachgefragt

Verglichen mit meinem jüngeren Ich habe ich mich dadurch verändert, dass ich den Fokus auf mein Weingut verlegt habe, das ich nun im Hauptberuf professionell führe.

Begeistert bin ich von den Weiterentwicklungen in der Önologie, aber auch im Außenbereich, zum Beispiel von den neuen Traktoren. Dem Klimawandel begegne ich durch nachhaltige Bodenbearbeitung, um den Rebwurzeln in der Tiefe ein ausgeglichenes Nährstoff- und Wasserangebot zu verschaffen.

Ich bilde mich fort, indem ich Seminare und die Winterfachtagung besuche. Natürlich pflege ich auch intensiven Kontakt zu Kollegen wie Hans Bausch, Manfred Wagner und Laurin Eberling.

Der Großteil meiner Kunden stammt aus dem Rhein-Main-Gebiet und den Großstädten quer durch die Republik, besonders aus Berlin, seitdem ich die jährliche Schlenderweinprobe der Landesvertretung nutze. Auch in Braunschweig habe ich als Mitglied meines Lieblingsvereins Eintracht Braunschweig viele Kunden. Vergrößern will ich mich jedoch nicht, um genug Zeit zu haben, mal etwas auszuprobieren, mich richtig intensiv um die Reben und den Weinbau zu kümmern und die Qualität zu halten. 

Weingut Stefan Molitor
Neustr. 6 | 65347 Eltville / Hattenheim
Telefon 0 67 23 70 07 | info@s-molitor.de
www.s-molitor.de

Informationen zur Prämierung